KOMPLEX19

Klostermühle Odernheim & André Macionga

Projekt Komplex19

 

Es gibt nur wenige deutsche Rotweinproduzenten, die mich in den letzten Jahren kontinuierlich so überzeugt haben wie die Klostermühle in Odernheim. Dementsprechend war es mir gleich zu Beginn ein Anliegen, gemeinsam eine Rotweincuvée zu schaffen. Die ersten Fassproben im Keller der Klostermühle beeindruckten mich und waren vorzüglich. Das gemeinsame Cuvéetieren mit dem Winzer des Gutes, Thomas Zenz stellte sich als großes Vergnügen heraus. Der Name «Komplex19» spiegelt sich in der Sinnesfreude dieses Weins wieder: Diese Cuvée ist Komplex, eine Geschlossenheit, ein Kreis. Was es mit der Zahl Neunzehn auf sich hat, das bleibt ein Mysterium. Oder vermögen Sie dieses Rätsel zu lösen?

KOMPLEX19 2017

 

Das optimale Weinglas

 

Das Weinglas spielt die entscheidende Rolle, damit sich ein Aromabild perfekt entfaltet. Zum Wein «Komplex19» empfehle ich das folgende Weinglas:

 

Burgunder Glas

 

 

DIE GESCHMACKSBILDER

 

ERSTES GESCHMACKSBILD – NACH FRISCH AUFGEZOGENER FLASCHE

Mit dem Entkorken der Flasche öffnet dieser Wein der Nase die Tore zu seinem vielschichtigen Komplex, welcher vor inniger und kraftvoller Konzentration nur so strotzt. Die unzähligen Räume zu erkunden stellt sich selbst hier, auf der ersten Etage, schon als facettenreiche Expedition heraus. Einige Räume erzählen von beerigen Strukturen, von tannennadelartiger Würze und von ausgezeichneten Taninstrukturen, andere von Eukalyptustönen, von tiefroten Kirschen mit ihren zarten Bitter- und Säurenoten. Und trotz der vielen unterschiedlichen Räume, sind all diese durch eine dichte Würze mit- einander verbunden. Es ergibt sich eine Breite mit sehr viel Druck - ein sehr moderner Komplex, welchen ich hier betrete. Er lässt an den vorherigen Jahrgang erinnern, welcher in Retroperspektive ein wenig zarter, ein wenig charmanter erscheint. Im Jahrgang 2017 wird das Spiel fordernder - man muss sich anstrengen, wenn man sich auf diese Cuvée einlässt, was jedoch große Spannung und Neugierde erzeugt. Wie bei einem guten Buch, ersehnt man sich den zweiten Teil des Weines mit noch mehr Lust.

 

ZWEITES GESCHMACKSBILD – MIT ETWAS SAUERSTOFF

Nachdem der Wein angefangen hat zu oxidieren und ich mein Glas erneut hebe, wird es punktuell immer differenzierter, feiner und eleganter. Während die Würze filigraner und immer subtiler wird, entwickelt der Wein fast leichte Noten von Wacholderbeeren und Zitronenthymian. In der Nase entfaltet sich der Eukalyptus weiter. Die anfänglichen Burgundertöne werden zurückhaltender, das Aromenbild wird breiter. Es trägt eine unglaublich animierende Säure und ein tolles Spiel mit Kirschnoten, welche immer wieder kommen und nun an die von Sauerkirschen erinnern. Die Fülle und Konzentration werden auf der einen Seite immer weicher und seidiger, auf anderen aber auch rassiger und würziger - der Wein ist sehr aufschauend. Allein die Farbe ist mittlerweile so in sich geschlossen und konzentriert, dass sie an ein Gemälde erinnern lässt, an ein Kunstwerk zum bestaunen. Es trägt einen wunderschönen Glanz, welcher durch die immer weicher werdende Gerbsäure hervorgebracht wird und den Trinkfluss so animierend gestaltet.

 

DRITTES GESCHMACKSBILD – MIT VIEL SAUERSTOFF

Die rassige Taninstruktur, welche im zweiten Teil milder wurde, lässt nun die immer präsenten Kirschnoten auf Seite der Süße in Marzipantöne übergehen und ist komplett trocken geworden. Unglaublich spannend und interessant ist, dass die Cuvée mit jedem weiteren Atemzug und Schluck an Facettenreichtum und Dimension dazugewinnt. Es ergibt sich ein dichtes und komplexes, kantiger und rassiger wirkendes Geruchsbild, geprägt von orientalisch anmutenden Tönen und leichtem Kümmelgeruch. Kamillentöne sind sowohl in der Nase bemerkbar, als auch am Gaumen, wo er trotz des aufregenden Geruchsprofil seidig sanft und weich wirkt und alles andere als eine Fruchtbombe darstellt. In Verbindung mit der Würze aus Tannennadeln aus dem ersten Geschmacksbild und der Filigranität der leichten Wacholderblüten ergibt sich in dieser dritten Stufe ein ausgewogenes Abbild aller drei Sauerstoffstufen, welche aus unterschiedlichen Richtungen kamen und nun an einem gemeinsamen Ort zueinander finden. Das er- trinken dieser Komplexität ist extrem spannend. Wer diese jedoch zügiger erfahren möchte, dem sei empfohlen, dem Wein genügend Zeit und Luft zu lassen. Wie schon im letzten Jahr ist hier der Name Programm: hochkomplex mit extremer Authentizität und der Dramaturgie eines guten Buches.

KOMPLEX19 2016

 

Das optimale Weinglas

 

Das Weinglas spielt die entscheidende Rolle, damit sich ein Aromabild perfekt entfaltet. Zum Wein «Komplex19» empfehle ich das folgende Weinglas:

 

Burgunder Glas

 

 

DIE GESCHMACKSBILDER

 

ERSTES GESCHMACKSBILD – NACH FRISCH AUFGEZOGENER FLASCHE

Direkt nach Öffnen der Flasche wirkt der Wein filigran, sanft und leise. In die Nase dringt ein würzig rauchiger Geruch mit einer dezenten Nelkennote. Am Gaumen erschmecke ich reife Sauerkirsche, saftige Zwetschge und süsse Waldhimbeere. Die Cuvée erinnert mich an einen eleganten Amarone. Dieses Aromabild ruft klassische Musik in meine Gedanken. Eine packende Symphonie von roten Früchten. Durch die Geschmacksergänzung von Veilchen und etwas Brombeere entsteht eine Fusion, die einen Hauch von Schwefel aufkommen lässt. Ein wahres Feuerwerk der Aromen.

 

ZWEITES GESCHMACKSBILD – MIT ETWAS SAUERSTOFF

Darauf folgen der dominante Geruch von Beerensaft in würziger Schwere und eine minimale Note von Lorbeeren und Veilchen. Mit der Addition von Luft geht die Entwicklung spürbar in eine aufregend raffinierte Richtung. Die Note von schwarzem Trüffel, der mich an die Knolle aus dem südwestlichen Périgord in Frankreich erinnert, kommt zum Vorschein. Feine Nuancen von Rosinen – unterstrichen vom Duft der Rosenblätter – geben der Trüffelnote spannende Akzente. Neue Facetten wie die Süße von Datteln, eine an Menthol erinnernde Frische und zierliche Tannine geben dem Wein einen enormen Tiefgang. Das Aromabild von «Komplex19»  entwickelt sich mehr und mehr zu einem kunstvollen Gemälde.

 

DRITTES GESCHMACKSBILD – MIT VIEL SAUERSTOFF

Die von Sauerstoff unterstützte Vielschichtigkeit bringt Gerüche von Dattel, Schlehe und einem Hauch Hagebutte mit sich. Die Note von geröstetem Kaffee macht sich im Gaumen breit, und im Abgang festigen sich die sanft pelzigen Tannine. Die zu Beginn filigran wirkende Cuvée hat sich nun zu einem starken, intensiven Wein entwickelt. Dessen Bouquet vermag es, mit einer komplexen Melodie zu verzaubern. Neunzehn Musiker spielen, ein Dirigent vereint – vollendet ist die Sinfonie.

Copyright 2019 André Macionga Cuvée GmbH

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