Unartig 2016

Das Projekt Unartig

 

Im Herbst 2015 wurde ich auf das im Rheinhessischen Vendersheim liegende Weingut Neverland aufmerksam. Die Brüder Sebastian und Marcel Class luden mich zu einer privaten Wein-Degustation ins Neverland ein. Nach einigen Besuchen auf dem Weingut und gemeinsamen Degustationen entschlossen wir uns, zusammen ein Projekt zu starten.

 

Nachdem wir die Cuvée kreiert hatten und der ganze Prozess abgeschlossen war, verkosteten wir gemeinsam die erste Flasche. Das Wort «Unartig» wurde ausgesprochen und war auf Anhieb einleuchtend und zweifellos der richtige Name für diesen Wein.

 

Diese Cuvée zeigt sich in zahlreichen Facetten. «Unartig» ist ein Unikat. Frivol, keck und selbstsicher.

 

 

Das optimale Weinglas

 

Das Weinglas spielt die entscheidende Rolle, damit sich ein Aromabild perfekt entfaltet. Zum Wein «Unartig 2016» empfehle ich das folgende Weinglas:

 

Burgunder Glas

 

 

DIE GESCHMACKSBILDER

 

ERSTES GESCHMACKSBILD – NACH FRISCH AUFGEZOGENER FLASCHE

Als erstes grüßt eine feine Note Holunder in der Nase. Danach mischt sich ein Hauch weißer Pfeffer dazu. Frisch aufgezogen hinterlässt der Wein ein Aroma von unausgereifter Melone im Zusammenspiel mit der knackigen Säure von grünem Apfel. Im Farbton von Grün und hellem Gelb – herrlich erfrischend.

 

ZWEITES GESCHMACKSBILD – MIT ETWAS SAUERSTOFF

In der zweiten Runde, mit Entwicklung durch etwas Sauerstoff, gewinnt der Wein an neuen Facetten. Der zarte Holunder als auch die Brise Pfeffer bleiben vorhanden. Nun mischt sich jedoch weißer Pfirsich ins Bouquet. Auch Grapefruit mengt sich ins Geschmacksbild. Neben der Frische von Grapefruit entfalten sich als Begleiter zahlreiche Kräuter, die an ätherische Öle erinnern. Die ausgezeichnete Säurestruktur verstärkt die vielschichtige Komplexität am Gaumen. Diese Struktur bleibt auch im Abgang erhalten. Dieser Geschmack erinnert mich an das Gefühl, wenn nach einem langen, kalten Winter der erste sonnige Frühlingstag an die Tür klopft.

 

DRITTES GESCHMACKSBILD – MIT VIEL SAUERSTOFF

Die Reise geht weiter. Die Farbe, die anfangs Grün war, hat sich nun in ein dunkles Gelb entwickelt. Außerdem taucht ein Hauch Mandarinenzeste auf. Zusätzlich erscheint das Aroma der Kumquat zusammen mit einer Brise Anis. Die Säure zieht sich etwas zurück, aber das Kräuterkarussell dreht sich dennoch weiter. Je länger der Wein sich im Glas befindet, desto mehr verändert sich auch die Textur. Sie wird immer öliger, fast ein bisschen wachsig.

Neben den aromatisch gelben Farbtönen entsteht ein milder Geschmack von Passionsfrucht sowie eine kaum bemerkbare Süße von Marzipan und Bourbon Vanille.

«Unartig» erzählt eine einzigartige Geschichte. Wie ein ausgezeichneter Film, den man mehrmals schauen möchte, um Dinge zu erkennen, die einem beim ersten Mal vielleicht entgangen sind.

Neverland & André Macionga

Copyright 2017 André Macionga Cuvée GmbH

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